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„Graben für den Frieden? - Die Bausoldaten in der DDR“

Ausstellung im Rahmen der Ökumenischen FriedensDekade 2020

01.11.2020 bis 30.11.2020

Ein Gesprächsabend mit Zeitzeugen ist für Montag, 16.11., 19.30 Uhr im Bad Schmie­de­berger ev. Gemeindehaus, Kirchstr. 5, unter dem Titel „Schwerter zu Spaten? Die Bausoldaten in der DDR“ geplant. Dabei wird der 2015 produzierte gleichnamige Dokumentarfilm (30 Min.) als Impuls aufgeführt, danach kommen Zeitzeugen zur Sprache, darunter u.a. einer der letzten „Spatis“, nämlich der Ortskantor Otto-B. Glüer, zu Wort.

 

Zum Hintergrund Variante 1:

In der DDR gab es für Wehrpflichtige kein verfassungsmäßiges Recht auf Kriegs­dienst­verweigerung aus Glaubens- und Gewissensgründen. Mit der Einführung der Wehrpflicht 1962 kristallisierte sich allerdings ein Potential an Wehrdienst­verweigerern heraus, weshalb die Staats- und Parteiführung die „Anordnung des nationalen Verteidigungsrates der Deutschen Demokratischen Republik über die Aufstellung von Baueinheiten im Bereich des Ministeriums für Nationale Verteidigung“ im September 1964 in Kraft treten ließ. Entsprechend ihrem Wortlaut konnten Wehrpflichtige, welche sich auf „religiöse Anschauungen“ oder „ähnliche Gründe“ beriefen, in der Nationalen Volksarmee einen waffenlosen Dienst als Bausoldat ableisten. Dies war im gesamten Ostblock die einzige Möglichkeit eines waffenlosen Wehrdienstes!

In der militarisierten, durch Propagierung von allen Militärischen geprägten Zivil­gesellschaft mussten Waffendienstverweigerer allerdings mit Diskriminierung und Stigmatisierung rechnen. Hierzu gehörten Bildungs- und Berufsnachteile, aber auch die Beobachtung und Kontrolle durch die Staatssicherheit

Zum Hintergrund Variante 2:

Am 7. September 1964 ordnete der Nationale Verteidigungsrat der DDR die Einrichtung von Baueinheiten innerhalb der Nationalen Volksarmee an. Dieser Dienst war in der DDR die einzige legale Möglichkeit der Waffendienstverweigerung. Die Bausoldaten hatten auf ihren Schulterstücken einen Spaten, weshalb sie im Volksmund auch "Spatensoldaten" genannt wurden. Trotzdem waren sie reguläre Angehörige der NVA. Sie wurden zu Bautätigkeiten eingesetzt, anfangs meist in militärischen Objekten, später auch im zivilen Bereich. Die Entscheidung der jungen Männer gegen den regulären Waffendienst erforderte Zivilcourage. Die Mehrzahl der Bausoldaten sah sich selbst als Mahner für Frieden und Demokratie.

Termininformation
Öffnungszeiten: Dienstags & Freitags (von 10-12 und 14-16 Uhr) Samstags & Sonntags (von 14-16 Uhr) Weitere Termine, auch für interessierte Gruppen und Kreise, können telefonisch unter 0160.3656414 verabredet werden.
Preisinformation

Der Eintritt ist frei, um eine Spende zur Finanzierung wird freundlich gebeten.

Veranstaltungsort(e)
Stadtkirche Bad Schmiedeberg
06905 Bad Schmiedeberg
Kirchstraße 5
Veranstalter
06905 Bad Schmiedeberg

Kontakt:
Evangelische Kirchengemeinde
Bad Schmiedeberg
Kirchstraße 5
06905 Bad Schmiedeberg
Pfarrer Chr. Krause Tel. 034925/70282